Aus der Gesellschafts- und Schweizer Geschichte

Der Bannerherr berichtet

Aus Archiv und Rüstkammer

Seit dem Jahr 2000 amtet Teddy Distel als Fähnrich und Archivar der Schützengesellschaft der Stadt Luzern. In diesen zwei Jahren hat Teddy eine sehr grosse Arbeit geleistet, sowohl in der Rüstkammer wie auch im Archiv. Entrümpeln, reinigen, sortieren, archivieren und katalogisieren während Stunden und Tagen. Arbeiten, die nicht hoch genug einzuschätzen sind.

Bei seiner Arbeit ist er auf verschiedene Faustfeuerwaffen gestossen, die ein einsames Dasein in verknittertem Papier und staubigen Schubladen fristeten. Daraufhin hat er mir über seinen Fund erzählt. Bei mir als Waffensammler und Waffenrestaurator ist er mit dieser Meldung nicht auf taube Ohren gestossen.

Nach gründlicher Restaurierung der vorliegenden Waffen, suchten wir eine Möglichkeit, die sehr wertvollen Exemplare einer breiteren Öffentlichkeit zugängig zu machen . Wir wurden fündig und haben die Waffen im vorderen Schaukasten links in der Rüstkammer ausgestellt, nachdem letzterer entstaubt, das Glas gereinigt und der Boden mit grünfarbenen Stoff neu überzogen worden war (dank gütiger Mithilfe meiner Frau Marianne).

Die darin sich befindenden Medaillen, die seit Jahrzehnten ein einsames Dasein fristeten, wurden entfernt, doch sorgsam aufgehoben um nicht die Zeugen früherer glorreicher Schiesstaten in Vergessenheit geraten zu lassen.

Nun präsentieren sich zwei Steinschlosspistolen schweizerischer Ordonnanz 1817, eine Perkussionspistole Ord. 1842, drei alte Ordonnanzrevolver samt dazugehöriger Munition, sowie ein Pistolenkasten enthaltend ein Perkussions-Pistolenpaar englischer Provenienz von anno 1837, letzteres als Geschenk unseres unvergesslichen Walter Lienhard, im neu gestalteten Kasten.

Daneben finden sich alte, sehr seltene und geschichtsträchtige Orden , die Teddy sorgsam gereinigt und beschriftet hat.

Wir haben aus dem überreichen Fundus der Gesellschaft einige Rosinen herausgepickt und hoffen mit der Umgestaltung unserer Sammlung neues Leben eingehaucht zu haben. Zu den Waffen bestehen ausführliche Beschreibungen und Abbildungen die ich zusammengestellt habe und die jederzeit eingesehen werden können.

Werner Sarbach

Vorwort

Unter diesem Titel wird im Jahr 2007 unter der Rubrik "Geschichte" immer ein kurzer Bericht erscheinen. Schweizer Geschichte deshalb, weil unsere Gesellschaft auf das Engste damit verbunden ist.

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Aus der Zeit vor unserer Gesellschaftsgeschichte

Seit der Zeit der Höhlenbewohner sind uns Pfeil und Bogen bekannt. Auf Pfeil und Bogen folgte die Armbrust, die angeblich von den Chinesen schon 1000 vor Christus erfunden wurde.

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Die Anfänge der Schützengesellschaft

Das genaue Gründungsjahr der Schützengesellschaft der Stadt Luzern im ausgehenden Mittelalter ist nicht bekannt. Was bekannt ist aus den Jahren 1354/55 ist die Anzahl und der Bestand der privaten Armbrüste.

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Entstehung der Schützengesellschaft

Eigentlich müsste es Entstehung der Gesellschaften heißen. Die angesehensten Bürger jener Zeit im 13. und 14.Jahrhundert pflegten sich in geschlossenen Gesellschaften in gemieteten oder gekauften also nicht öffentlichen Lokalen beim Trinken und Spielen zu vergnügen.

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Die ersten Jahrhunderte

Seit 1438, 9 Jahre nach Anweisung ihrer Stube, wird die Schützenstube kontinuierlich erwähnt. Nach der Vereinigung der Gesellen zu Schützenstube mit der Herrenstube liest man zwischendurch auch den Namen Herren- und Schützenstube.

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Die ersten Schusswaffen

Die Luzerner besaßen neben Kanonen seit 1426 Handrohre oder Feuergewehre. Diese „Schiessprügel„ bestanden am Anfang aus einer kurzen eisernen Röhre, die hinten in einem Stiel auslief', der beim Richten und Abbrennen unter den linken Arm geklemmt wurde.

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Die Französische Revolution und die Folgen, Gründung der Stadtschützen

Am 31. Januar 1798 dankten die gnädigen Herren der Stadt Luzern gegenüber Napoleon ab. Die kampflose Übergabe der Stadt und des Kantons an Napoleon erfolgte durch Vinzenz von Rüttimann den letzten aufgenommenen Aristokraten der Stadt.

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Die 2 Freischarenzüge und der Sonderbundskrieg

Es waren nicht die „bösen„ Österreicher, die wie fälschlich angenommen die Eidgenossenschait im Laufe der Zeit dem Untergang nahe brachten. Vielmehr waren es die verschiedenen Religionskriege der uneinigen Eidgenossen selber.

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Auflösung und Neugründung der Schützengesellschaft

Die Religionskonflikte trugen sich 1843 auch in unsere Gesellschaft hinein. Der Redaktor der katholischen Tageszeitung Johann B. Ulrich sollte als Mitglied aufgenommen werden, was nicht geschah.

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Der 1. Präsident der Schützengesellschaft Luzern

Als erster Präsident der Schützengesellschaft der Stadt Luzern (damals noch Gesellschaft zum Affenwagen) wird Schultheiss Ulrich Walker am 26. Januar 1427 genannt. Dies in einem Stubenbrief der Gesellschaft zum Affenwagen an dem sein Siegel hing.

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Erste Schützenfeste

Bereits zu Anfang des 15. Jahrhunderts bildete sich also eine Schützengilde in und um Luzern. Ein erstes eidgenössisches Schiessen fand bereits im Jahre 1452 in Sursee statt. Freundschaftliche Einladungsschreiben erfolgten an alle Kantone.

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Erste Gesellschaftsordnung 1427 (1)

Ordnungsbrief der Gesellschaft von 1427, Sonntag vor Maria Lichtmess. Die ersten Satzungen der Gesellschaft: zum Affenwagen, etwas später auch für die Gesellen zur Schützenstube geltend, lauten folgendermassen:

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Erste Gesellschaftsordnung 1427 (2)

  1. Wer auf der Stube ungebührlich schwörte, der war einer Busse von 11 Schillingen verfallen; und wer es hörte musste es dem Stubenmeister anzeigen, auf das er die Busse bezog, jedoch ohne Eintrag den Gesetzen und obrigkeitlichen Rechten

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Über Wimpel, Fähnlein und Banner und die Kampfkraft der Eidgenossen

Penon, Panon oder Fanon (aus dem deutschen Wort Fahne abgeleitet) nannte man den Wimpel den ein Ritter an seiner Lanze führte. Er war meist dreieckig, manchmal endete er in zwei Zipfeln.

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Banner, Fähnlein und Wimpel der Eidgenossen (1)

Bis zum Jahre1512 gab es bei den Schweizerischen Truppen keine einheitliche Heeres-führung. Dies änderte sich erst in den Mailänderkriegen ab 1512 in denen Freiherr Ulrich der VII von Sax Bürger von Zürich und St. Gallen, Lehnsherr des Rheintales, Oberbefehlshaber der eidgenössischen Truppen wurde.

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Banner, Fähnlein und Wimpel der Eidgenossen (2)

Mit den weißen Kreuzen kennzeichneten sich die Eidgenossen auf Rücken, Brust, Arm oder Oberschenkeln um einander im Schlachtgetümmel zu erkennen. Im Schlachthaufen reihte man die Banner nach Rang nebeneinander.

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Banner, Fähnlein und Wimpel der Eidgenossen (3)

Wie heiß umkämpft die Banner Hoheitszeichen der einzelnen Länder, Grafschaften Städten und Rittern waren sei hier an einigen Beispielen aufgeführt. Die Banner versuchte man mit 100-200 der besten Kämpfer umringt nach Möglichkeit zu schützen.

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Die Kampfkraft der alten Eidgenossen, Ausrüstung und Auszug (1)

Wenn die kräftigen Sennen Alphirten und Bauern von ihren Höhen den Hängen entlang herunterstiegen um in die Schlacht zu ziehen benutzten sie die psychologische Kriegsführung. Dazu trugen die Harsthörner, die einen dumpfen unheimlichen Klang verbreiteten bei.

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Die Kampfkraft der alten Eidgenossen, Ausrüstung und Auszug (2)

Das Schweizervolk, das im ausgehenden Mittelalter von keiner Zentralgewalt regiert wurde, in Gemeinwesen zerfiel, bestand als Ganzes tatsächlich nur auf den Schlachtfeldern.

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Die harten Sitten und Gebräuche der alten Eidgenossen

Vor einem Kampf, so beschreibt Professor und Dozent Urs Meyer an der Uni Basel wörtlich: wurde bei den Eidgenossen gefressen, gesoffen und gehurt. Wenn sich der Gegner dem nicht immer bestimmten Kampfplatz näherte knieten sich die Eidgenossen nieder um zu beten.

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Harte rohe Sitten und Gebräuche der mittelalterlichen Schlacht

Im Gleichschritt eng beieinander mit grimmiger Mine rückten die Eidgenossen vor. Wehe dem der Pfauenfedern, das Zeichen der Österreicher auf seinem Haupte trug. Sein Leben war mit Bestimmtheit verwirkt.

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Die Organisation der früheren gemeinen Schiessgesellen und Büchsenschützen - Der Schützenmeister

Der Schützenmeister wurde anfänglich von den gnädigen Herren und Oberen gewählt. Etwas später wählten ihn die Bürger, die Bei- und Hintersässen, also nicht die Schützen der Gesellschaft selbst. Die Amtsdauer erstreckte sich zu erst auf ein später auf zwei Jahre.

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Die Organisation der früheren gemeinen Schiessgesellen und Büchsenschützen - Die Siebner

Sie wurden wie der Schützenmeister von der Bürgerschaft gewählt, wohl zu dessen Unterstützung. Sie werden im Ratsprotokoll vom 22. März 1660 als Glieder eines Organs das schon „von alters har bestanden„ erwähnt.

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Die Organisation der früheren gemeinen Schiessgesellen und Büchsenschützen - Der Brettmeister

Der Brettmeister war für die Wirtschaft verantwortlich. Der Weinausschank im Schützenhaus, auch Zihlstatt genannt, war bis in das Jahr 1624 auf Schützen und Schiesstage beschränkt.

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Die Sebastianbruderschaft und der Heiligenpfleger

Die Sebastianbruderschaft von den Franziskanern errichtet stellte erstmals im Jahre 1484 ihre Satzungen auf. Dies kurz nach den Burgunderkriegen als das Schiesswesen sich wesentlich verbesserte. Am neu errichteten Sebastianaltar hielt man für verstorbene Schützen Jahrzeite ab.

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Der Zeiger

Der Zeiger gelobte dem Schützenmeister in die Hand dass er getreulich und ungefährlich zeigen wolle. Er schwärzte nach der Gesellschaftsordnung am Sonntag die Mauer. Er sammelte das verschossene Blei ein.

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Die Kehrmarken-Jetons

Bis ca. in das Jahr 1880 gab es noch keine Schiessbüchlein. Für die Stiche gab es einen Legschein, darin wurden die Resultate eingetragen. Für den Übungskehr gab es Kehrmarken, auch Jetons genannt. An kleineren Festen bestanden diese aus Papierschnitzeln.

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Aus der Schützenordnung von 1577 (1)

geschrieben von Rennward Cysat, Teil 1

Die Schützenordnung von 1577 wurde von Rennward Cysat geschrieben. Sie trägt die Aufschrift:

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Aus der Schützenordnung von 1577 (2)

geschrieben von Rennward Cysat, Teil 2

Wer aus der Stadt Luzern oder aus den Ämtern schiessen will, soll sein eigen Schiesszeug haben, damit er jeder Zeit, wenn es die Not erfordert, gerüstet sein solle.

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Aus der Schützenordnung von 1577 (3)

geschrieben von Rennward Cysat, Teil 3

Wenn ein Schütze in den Stand geht und die Büchse hinlegt, darf er die Büchse nicht mehr geladen aus dem Stand tragen. Geht ein Schuss nicht los, hat er die Büchse in den Nebenstand zu tragen und sie von den Leuten abgewendet zu entladen. Die Missachtung dieser Vorschrift bedingt eine Busse von einem halben Schilling an das Licht (Kerze) von St. Sebastian.

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Aus der Schützenordnung von 1577 (4)

geschrieben von Rennward Cysat, Teil 4

Hier geht es um einen Handel zweier Schützen um eine Büchse. Sollte der Käufer der Büchse die Hosen, die als Preis ausgesetzt sind, gewinnen, gilt der Kauf der Büchse als bestätigt. Sollte der Käufer die Büchse gleich wieder verkaufen und mit einer gelehnten Büchse weiterschiessen, soll man ihm die Hosen wieder abnehmen.

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Der Wasserturm zu Luzern (1)

Kommentar und Zusammenfassung über den Diebstahl im Wasserturm

Der Ablauf des Diebstahls des Staatsschatzes erfolgte über Jahrzehnte hinweg und die Schlussprozesse erfolgten erst im Jahre 1759. Wie konnte das passieren?

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Der Wasserturm zu Luzern (2)

Kommentar und Zusammenfassung über den Diebstahl im Wasserturm

Am 25. Dezember 1758 sofort nach der Gefangennahme ihres Meisters Josef Arnold Stalder, flüchtete Elisabeth Bachmann kaltblütig nach Mailand, nachdem sie ihrem Meister noch bestohlen hatte. Sie schaffte es unauffindbar zu bleiben.

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Der Wasserturm zu Luzern (3)

Renwardt Cysat berichtet über das Archiv im Wasserturm

Die wichtigsten Papiere der Stadt Luzern verblieben bis tief in das 16. Jahrhundert im Archiv des Wasserturms. Cysat berichtet eigenhändig darüber im „Nüw Schuldbuechlin“ S. 30:

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